Diesen Monat - Juli 2026

Geh aus, mein Herz

Ich erinnere mich an einen letzten Schultag vor den großen Ferien, an dem die gesamte Klasse stehend sang: Geh‘ aus, mein Herz, und suche Freud. Das Lied von Paul Gerhardt hat mich in eine Freude versetzt, an die ich mich noch heute gerne erinnern mag.

Freude, das brauchen wir heute. Die Erinnerung an blühende Gärten, Bäume und Blumen, Vögel und Tiere, Wiesen, Bäche und Wälder – Orte, an denen das Leben schön ist und sich weich anfühlt, heimelig, geborgen. Das Lied, geschrieben kurz nach dem Ende des Dreissigjährigen Krieges von einem Mann, der viel persönliches und familiäres Leid erfahren hat, zeichnet die äußere Schönheit als Spiegel der inneren Ausrichtung: Staunen, Dankbarkeit und Vertrauen.

Es ist keine Flucht vor der Wirklichkeit, zu der hier eingeladen werden soll. Probleme müssen erkannt und benannt werden. Doch bleiben wir hier nicht stehen. Denken wir an uns als Kinder, die ganz natürlich immer wieder in das Gefühl der Freude zurückgefallen sind. Erinnern wir uns daran, wie die Welt einmal war und wie sie wieder sein kann.

Bevor sie sich so manifestiert, wie wir sie uns wünschen, können wir uns dazu entscheiden, die Schöpfung neu wahrzunehmen. So kann sie sich darauf ausrichten, wieder heile zu werden. Auch wenn es ein langer Genesungsprozess ist, der vor uns liegt: Wir können die ersten Schritte voller Freude und Neugierde tun und uns auf das einlassen, was der Sommer uns bringt.

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